Diskussion:Offener Brief an die Musikindustrie und Gema

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Der Begriff "Vertriebskanal" trifft es m.E. nicht, den hier wird (derzeit) nichts verkauft und es werden keine Einnahmen erzielt. Vielleicht sollten wir eher von einem Medium sprechen.

Ich sehe folgende Varianten für Musik in Podcasts:

Natürlich sind die Grenzen schwierig zu ziehen. Zum Beispiel kann ein werbefreier Promotion-Podcast durchaus die Absicht haben, den Hörer auf die werbefinanzierte Website zu locken.

Generell muss bedacht werden -- und dies bereitet den sogenannten Rechteinhabern die größten Bauchschmerzen --, dass die Verbreitung eines Podcasts weder limitiert noch genau kontrolliert werden kann. Also sind alle volumenabhängigen Bezahlmodelle untauglich, es kann nur um Pauschalen gehen.

Die Idee mit dem Schreiben finde ich gut!

- Michael

Mit Vertriebskanal wollte ich deutlich machen, dass sie sich selbst eine Möglichkeit verbauen. Das Modell von Michael gefällt mir. Thomaswanhoff 14:46, 8. Nov 2005 (CET)

Zu den Ergänzungen von Sebhe: Den Text durch Einschub von "(meist Hobby-)" zu verwässern, halte ich für unglücklich, da gerade die Unterscheidung von Amateuren und Profis im Internet praktisch nicht möglich ist (wie z.B. bei eBay: Was ist privat, was ist kommerziell?). Wir sollten uns eher darauf konzentrieren, etwas möglichst konkretes zu fordern, damit es eine Diskussionsgrundlage gibt. Und meine Forderung wäre: Musik-Promotion muss kostenlos sein! Meinetwegen bekommen wir ein Qualitäts- und/oder Zeitlimit pro Stück, aber ich will für Promotion nicht noch zahlen müssen. - Michael 15:22, 8.11.2005

Gut, kannst gerne das wieder rausnehmen! Sonst noch Rückmeldungen bezüglich meiner Änderungen?

Kostenlos GEMA pflichtige Musik zu Promo Zwecken spielen zu wollen ist etwa so, wie wenn ich als Autofahrer von den Automobilherstellern fordern würde, dass ich zu Promo Zwecken kostenlos Benzin erhalte. Diese Forderung wird die Fronten zusätzlich verhärten oder ein Kopfschütteln auslösen. GEMA ist die Künstlervertretung und wird die Rechte der Künstler vertreten. Der meiner Ansicht nach vernünftige Ansatz ist, dass GEMA eine Möglichkeit für Künstler schafft, einzelne Werke (Musik) für den Verwendungszweck Podcast freizustellen (kostenlos). BTW: Bei den meisten Radio/TV Stationen ist Musik Promo. Kus.


Genau Letzteres ist der Ansatz: Radios zahlen aus Promo-Gründen nur einen Bruchteil. Das wollen wir auch. Sag ich jetzt mal so. Der "Ich will freigestellt werden"-Satz birgt ein Problem: Wann ist etwas ein Podcast? Das wird abrechnungstechnisch schwierig werden für die Gema, fürchte ich (insofern verstehe ich auch Adam Curry nicht, der sagt, man könne der Gema (ASCAP/BMI) eine Lizenz geben aber auch eine Podcaster. Ich sehe da einen Widerspruch. Thomaswanhoff 16:20, 16. Nov 2005 (CET)


Musik ist bei Radio/TV meines Erachtens nach i.d.R. ein Lockmittel, um zahlende Werbekunden zu bekommen. Hier ist -- außer bei Nischenprogrammen -- eine klare kommerzielle Absicht erkennbar. Auch wenn das von Sender zu Sender unterschiedlich aufwändig redaktionell verbrämt wird... --Spm 17:39, 22. Nov 2005 (CET)


Eigentlich gibt es doch genug gute, GEMA freie Musik im Netz..

In der Tat. Der Markt entwickelt sich rasant auf Gema frei zu. Künstler treten bereits z.T. aus der Gema aus, weil sie NICHT ihre Interessen gewahrt sehen. Das ist absurd. Aber die Gema als großer Apparat wird sich seinen Alleinstellungsstatus auch nicht nehmen lassen wollen. So werden sie durch die eigene Unflexibilität sozusagen autoobsolet. Würde mich freuen, zu wissen, wo über dieses Thema noch diskutiert wird. Podcast ist ob mit oder ohne Gema Zukunft. René aka m.path.iq (@de-bug.de)

Würde mich auch interessieren ob an diesem Brief noch gearbeitet wird. Auch wenn es genug Musik im Netz gibt die GEMA frei ist ( z.B. www.massivetracks.net ) so ist dieser Brief doch, wie ich finde, nötig. Die GEMA sollte den Druck von allen Seiten zu spüren bekommen.--habsgleich 00:03, 26. Feb 2006 (CET)

Eine Kompromisslösung fände ich hier angebracht. Auf der einen Seite ist es natürlich klar, dass die Rechte des Künstlers geschützt sind und bleiben und die Idee einer Verwertungsgesellschaft ist ja auch theoretisch nicht verkehrt.

Am einfachsten wäre die Lösung, dass Künstler bestimmte Werke für die Nutzung in Podcasts (auch z.B. mit vorheriger Absprache) freigeben können. Soweit ich das verstanden habe, geht das im Moment nicht. D.h. selbst wenn ich als Künstler die explizite Erlaubnis gebe, dass XY Song AB im Podcast LM spielen darf, dann muss XY trotz dieser expliziten Erlaubnis des Urhebers immer noch die GEMA fürchten. Das kann doch dann wirklich nicht im Sinne des Künstlers sein.

Ich gehe davon aus und hoffe inständig, dass sich Podsafe Music immer weiter durchsetzen wird, da letztlich doch der Nutzen für die Künstler auch offensichtlich ist. Das Urheberrecht liegt ja sowieso weiter beim Künstler, GEMA hin oder her. Dementsprechend darf ich ein Stück ja eh nur spielen, wenn ich die Erlaubnis des Urhebers habe.

Ich würde in meinem Podcast aber auch gerne Musik von Leuten spielen, die ihre Musik bislang noch nicht auf Portalen für Podsafe Music anbieten. Dafür schreibe ich diese Künstler auch gerne persönlich an und frage nach, ob ich das darf. Selbstverständlich auch mit Link zu meiner Website, damit sie sich selbst ein Bild machen können, wer denn da ihre Musik spielen möchte. Jetzt habe ich zwar schon zwei Zusagen bekommen, allerdings trau ich mich immer noch nicht so wirklich, da ich trotz expliziter Zusage die "Rache der GEMA (und Co.)" fürchte.

Also. GEMA kann und wird bleiben. Der einfachste Kompromiss (aus meinem laienhaften Rechtsverständnis) wäre tatsächlich, wenn Künstler ihre Stücke eben individuell freistellen könnte. Soll heißen: Künstlerwille geht vor GEMA-Wille. Aber darauf können wir wahrscheinlich lange warten. Schade. Dabei wollen doch viele Podcaster tatsächlich nur Promo machen.

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