GEMA

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Die GEMA ist die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Die GEMA ist eine Verwertungsgesellschaft. Sie hat die Rechtsform eines wirtschaftlichen Vereins. Ihre Arbeit unterliegt der Aufsicht und Kontrolle durch das Deutsche Patentamt, das Bundeskartellamt, den Berliner Justiz-Senator und die Mitgliederversammlung der GEMA.

Zu verdanken haben wir die Gema dem Komponisten Richard Strauss, der als Vater der Gema gilt und 1903 gemeinsam mit Komponisten und Verlegern eine Verwertungsgesellschaft forderte.

Das Urheberrechtswahrnehmungsgesetz vom 9. September 1965 bildet die rechtliche Grundlage für die Tätigkeit der Verwertungsgesellschaften.

Die Gema ist im Prinzip eine Inkasso-Organisation für Künstler, versteht sich aber auch als Schutzorganisation für schöpferisch tätige Menschen.

Die GEMA arbeitet mit anderen Verwertungsgesellschaften in Deutschland (z.B. VG WORT, VG Bild-Kunst, GVL, VFF, VGF und GWFF) nicht zusammen. Für den Bereich der Musik hat die GEMA zwölf verwertungsrechtliche Hauptbereiche mit 86 Einzeltarifen geschaffen.


Inhaltsverzeichnis

Vergütung

Die Hauptbereiche unterscheiden zwischen Live-Konzerten, Musikwiedergabe und Herstellung von Tonträgern, Rundfunksendungen und Filmvorführungen.

Die Einzeltarife berücksichtigen die Art der Nutzung. So ist es ein Unterschied, ob ein Solist auf einer Kleinkunstbühne mit 50 Besuchern auftritt oder eine Rock-Band auf einem Open-Air-Festival vor 60 000 Zuhörern spielt.

Vergütet werden mussen unter anderem:

Was ist eine öffentliche Aufführung?

Das sagt uns das Urheberrechtsgesetz: "Die Wiedergabe eines Werkes ist öffentlich, wenn sie für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt ist. Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist."

Welcher Tarif gilt für Podcaster?

Es gibt eine Lizenz.

1. Umfang der umfassten Rechte

Der Lizenzshop steht allen Podcastern zur Verfügung,

die mit ihren Podcasts keine Einnahmen erzielen oder mit ihrem Podcast nicht mehr als Euro 300,00 (netto) pro Monat einnehmen,

deren Podcasts im keinem Zusammenhang stehen mit einem Unternehmen oder anderen wirtschaftlichen Tätigkeit, die auf Dauer mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird,

die ihren Podcast auf einer, zwei oder drei URLs anbieten,

deren Podcast nicht häufiger als täglich erscheint,

deren einzelne Episoden des Podcasts nicht länger als 30 Minuten sind,

die in jedes Musikwerk in ihrem Podcast in der Weise hineinmoderieren (sog. "talk over") und die jeden Song in der Weise ein- und ausblenden, dass er nicht isoliert werden kann,

die die Episoden ihres Podcasts nicht mit ID-Tags (Schnittmarken) versehen,

die in ihrem Podcast Musikwerke zu maximal 50% ausspielen,

die in den Episoden ihres Podcasts nicht mehr Musik verwenden als zu 75% der Gesamtlänge der einzelnen Episode,

deren Episoden sich nicht nur auf einen einzelnen Künstler beziehen, und die in der Bezeichnung des Podcasts und in den Bezeichnungen der einzelnen Episoden weder die Namen von Musikwerken noch von Interpreten nennen.

II. Arten und Laufzeiten der Vergütung

Angeboten werden Lizenzen mit Laufzeiten von einem Monat, zwei Monaten und drei Monaten. Diejenige Laufzeit ist für Sie die richtige, innerhalb derer Sie Ihren Podcast weder umbenennen wollen, noch von einer anderen URL aus erreichbar machen wollen, noch übertragen oder einstellen werden. Denn die Lizenz kann nicht gekündigt, die Vergütung nicht zurückerstattet werden.

Laufzeit 1 Monat Laufzeit 2 Monate Laufzeit 3 Monate Intro/Outro, Euro 5,00 pro Monat 10 Euro 15 Euro Intro/Outro + 5 Songs je Monat, Euro 10,00 pro Monat 10 Euro 20 Euro 30 Euro Intro/Outro + 31 Songs je Monat, Euro 30,00 pro Monat 30 Euro 60 Euro 90 Euro

Angegeben sind Netto-Preise. Hinzu tritt die gesetzliche Umsatzsteuer von derzeit 7%.

Ein Musikwerk wird als Intro genutzt, wenn es am Anfang einer Episode gespielt wird und als Einleitung dient. Ein Outro ist ein entsprechender Abspann. Intro und Outro dürfen jeweils nicht länger als 20 Sekunden dauern.

Als Song wird jedes verwendete Musikwerk gezählt, das weder Intro noch Outro ist. Dabei darf jedes Lied nur zur Hälfte ausgespielt werden, und es muss am Anfang und am Ende in das laufende Lied hineinmoderiert werden (sog. "talk over"). Wird ein Song innerhalb einer Episode oder innerhalb eines Monats wiederholt, so wird auch jede Wiederholung gezählt. Die Verteilung der Songs auf die einzelnen Episoden eines Monats steht dem Lizenznehmer frei, solange der Musikanteil keiner Episode 75% übersteigt.


3. Was ist ein Podcast im Sinne der Gema?

Podcast ist ein Angebot von redaktionell gestalteten Audiodateien (sog. "Episoden") im Internet, das vom Endverbraucher abonniert bzw. im Wege des Einzelabrufs genutzt werden kann, und das es dem Endverbraucher ermöglicht, diese Audiodateien vom Server des Veranstalters abzurufen und auf den PC des Endverbrauchers oder auf ein mobiles Wiedergabegerät (z. B. MP3-Player) zu übertragen bzw. dort zu speichern

4. Art der umfassenden Rechte

Umfasst ist das nicht-ausschließliche, nicht übertragbare Recht, die Werke des Gesamtrepertoires der GEMA

in Datenbanken, Dokumentationssysteme, in Speicher ähnlicher Art und Wiedergabevorrichtungen einzubringen (Vervielfältigungsrecht),

elektronisch oder in ähnlicher Weise den Endnutzern anzubieten und ihnen zugänglich zu machen (Recht der öffentlichen Zugänglichmachung),

sowie das Recht, den Endnutzern zu ermöglichen, die Werke des GEMA-Repertoires auf den heimischen PC oder auf ein anderes Gerät zu laden (Vervielfältigungsrecht).

Rechte zur Nutzung von Musik in Werbung müssen gesondert von den Berechtigten eingeholt werden, in der Regel von den Musikverlagen. Nähere Informationen hierzu finden Sie in den Informationen für die Hersteller von Werbespots.

Nicht umfasst ist zudem das Urheberpersönlichkeitsrecht (§ 14 UrhG). Es muss unabhängig von einer Podcasting-Lizenz beachtet werden. Das bedeutet, dass die genutzten Musikwerke ohne gesonderte Einwilligung der Berechtigten nicht bearbeitet bzw. umgestaltet werden dürfen (§ 23 UrhG). Eine Verletzung des Urheberpersönlichkeitsrechtes kann insbesondere vorliegen bei Entstellung eines Musikwerkes, eine unerlaubte Bearbeitung kann vorliegen bei Neutextierung oder sonstigen Veränderung eines Musikwerkes. Das Bearbeitungsrecht wird nicht von der GEMA, sondern von den Berechtigten selbst bzw. deren Musikverlagen wahrgenommen.


5. Richtiger Lizenznehmer

Die GEMA räumt ausschließlich dem Content Provider die Nutzungsrechte ein. Ist der Lizenznehmer nicht Content Provider im Sinne der nachfolgenden Definition, erhält er nicht die erforderlich Rechte.

Content Provider ist diejenige natürliche oder juristische Person, die die rechtliche und wirtschaftliche Hoheit über den Podcast hat bzw. die sich die im Podcast angebotenen Inhalte zu Eigen macht. Der Content Provider ist insofern u. a. allein für die inhaltliche Gestaltung und technische Durchführung des Podcasts verantwortlich. Als ein wesentliches Merkmal gilt u. a. hierbei, dass das Abonnement des Podcasts bzw. einzelne Episoden des Podcasts unmittelbar vom Veranstalter dem Endnutzer angeboten und zum Abruf bereitgestellt werden.

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